Neue Publikation: Komplexität von Berufsbildungsdienstleistungen. Ein Erhebungsinstrument für die internationale Berufsbildungsforschung

Der Begriff Transfer wird in der beruflichen Bildung in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet. Lerntransfer findet beispielsweise statt, wenn das von einer Person in einem Lernkontext Gelernte von dieser Person in einen Arbeitskontext transferiert und dort für eine gewisse Zeit angewendet wird. In diesem Beitrag wird nicht der personale Lerntransfer betrachtet, sondern der Berufsbildungstransfer. Gemeint ist hiermit die internationale Übertragung von Berufsbildungsstrukturen, Prozessen, Inhalten und Praktiken von einem Ausgangskontext in einen Zielkontext. Welche Aspekte in ein anderes Land übertragen werden sollen und können wird in der internationalen Berufsbildungsforschung intensiv diskutiert, da die transferierten Strukturen, Prozesse, Inhalte und Praktiken der dualen Berufsbildung an die Nachfrage und die Bedarfe des Ziellandes angepasst werden müssen. Insbesondere im internationalen Kontext in Verknüpfung mit Transferprozessen zeichnet sich Berufsbildung mit all ihren Facetten durch ihre Komplexität aus. 

Ziel des Beitrags von Lisa Meyne ist es, die Komplexität von Berufsbildungsdienstleistungen zu betrachten, indem ein Erhebungsinstrument für den speziellen Kontext von Berufsbildungsdienstleistungen, welche in ein anderes Zielsystem transferiert werden sollen, (weiter)entwickelt wird. Basis der Überlegungen bildet das Komplexitätsbewertungsmodell nach Blockus, welches zur Einordnung von Komplexität im Rahmen der vorliegenden Studie als Grundlage verwendet wird. Eine Gruppierung der IBB-Projekte (anonymisiert) ist anhand des entwickelten Modells inklusive einer Zuordnung der Ausprägungen der Zielkomplexität möglich, womit eine erste Clusterbildung der Verbundprojekte im Kontext der vorliegenden Studie vorgenommen werden kann.